„Mulligan“

Die zweite Chance am Tee

Der Begriff „Mulligan“ wird im Golfsport für eine inoffizielle Vereinbarung zwischen Golfspielern
in einem privaten Flight verwendet, bei der die Golfspieler einen misslungenen Abschlag
straffrei wiederholen dürfen.

Die Absprache ist keineswegs Teil eines offiziellen Golfsport-Regelwerkes und kommt ausschließlich
bei privaten Golfrunden zur Anwendung.
Diese Regelung ist besonders bei Hobbygolfern aus dem englischsprachigen Raum weit verbreitet und
kommt zunehmend auch bei Golfern in Deutschland zum Einsatz.

Wenn davon ausgegangen wird, dass jede Hobbyrunde ein Trainingsspiel ist,
warum sollte die
Mulligan-Regel dann nicht ein zusätzlicher straffreier Trainingsschlag sein,
bei dem der Golfer seinen
gegenwärtig unterlaufenen Fehler aus Übungsgründen wiederholen darf.


Golfen - der Sport, der viel Übung und Erfahrung verlangt

Ob und wie die Regelung angewendet wird, entscheiden die Spielpartner eines Flights vor der Runde.
Einigen sich die Spieler auf die Anwendung, darf ein Spieler seinen Schlag straffrei wiederholen,
wenn er der Meinung ist, dass der Versuch misslungen ist.
Dies kann der Fall sein, wenn der Ball im Aus, im hohen Rough, in Büschen/Bäumen/Laub oder in
einem Wasserhindernis gelandet ist.
Wie häufig ein Spieler misslungene Schläge wiederholen darf, wird von den Spielern weltweit
unterschiedlich und abhängig von der Spielstärke der Spieler, festgelegt.

Wasserhindernis - der Alptraum so mancher Golfer

Wann und wie diese Mulligan-Regelung entstand, ist umstritten.

Eine häufig zitierte Variante geht auf David Mulligan zurück, einen kanadischen Golfspieler, der in den
1920er Jahren bei misslungenen Abschlägen massiv ausflippte und bei Trainingsrunden mehrmals darauf
bestand, den Schlag straffrei zu wiederholen.

Eine weitere Theorie bezieht sich auf John A. „Buddy“ Mulligan, der in den 1930er Jahren ähnliches auf dem
Golfplatz im Country Clubs in New Jersey getan haben soll.
Die Version von
John Mulligan fand im US-amerikanischen Raum weite Verbreitung,
vor allem nachdem im Jahr 2005 in
der Fernsehsendung „Today Show“ darüber berichtet worden war.