Abrechnung der Scorecard nach "Stableford"

Das Zählspiel nach Stableford ist eine Spielform im Golf, die 1898 von Frank Stableford erfunden,
1932 erstmals offiziell angewandt und 1968 in die Golfregeln aufgenommen wurde.

Bei fast allen Spielformen (Stableford, Zählspiel, Lochspiel und vielen Teamspielformen) kann man das Handicap dazu verwenden, das unterschiedliche Können der Spieler rechnerisch auszugleichen. Ein schlechter Spieler kann dann durchaus gegen einen guten gewinnen, weil der schlechtere Spieler mit seiner höheren Spielvorgabe entsprechend mehr Vorgabeschläge erhält.

Für jede der 9 oder 18 Bahnen einer vollen Golfrunde gibt es einen Richtwert für die Schlagzahl, der als Par angegeben ist. Je nach Länge der Bahnen sind drei, vier oder fünf Schläge für sie als Soll vorgegeben; man geht also davon aus, dass ein sehr guter Spieler in der Lage ist, diese Bahnen mit jeweils drei, vier oder fünf Schlägen abzuschließen. In der Regel hat eine Golfrunde ein Par von 72, das sich meist aus je vier Par-3- und Par-5-Bahnen und zehn Par-4-Bahnen zusammensetzt. Die einfachste und früher auch praktizierte Form der Ermittlung eines Handicaps besteht darin, den Durchschnitt mehrerer vergangener Ergebnisse eines Spielers mit dem Par zu vergleichen. Spielte beispielsweise ein Spieler die letzten Runden bei Par 72 mit durchschnittlich 90 Schlägen, so wäre sein Handicap −18, da man 18 von seinem Ergebnis abziehen müsste, um zum Par zu kommen.
Ein Spieler, der den Platz im Durchschnitt mit 72 Schlägen spielen würde, hätte ein Handicap von 0.
Einen solchen Spieler nennt man auch Scratch-Golfer.

Charakteristisch für die Stableford-Wertung ist, dass besonders schlecht gespielte Löcher unterproportional stark ins Gewicht fallen, da es keine negativen Punktzahlen gibt.
Ein nicht zu Ende gespieltes Loch wird mit einem Strich auf der Scorekarte vermerkt und zählt 0 Punkte.
Bei Stableford-Wettspielen ist es daher üblich, dass ein Spieler, der an einem Loch keine Punkte mehr erzielen kann, aus Gründen der Zeitersparnis seinen Ball aufhebt und damit das Spiel auf diesem Loch beendet.

Bei einer Nettowertung nach Stableford bekommt der Spieler sogenannte Vorgabeschläge,
die auf die zu spielenden Löcher verteilt werden.
Jeder Vorgabeschlag setzt also das „persönliche Par“ um einen Schlag hinauf.

Bei zwei Vorgabeschlägen und einem Lochergebnis einen Schlag über Par (Bogey) erhält der Spieler
drei Stableford-Punkte, ein Score von 3 über Par ergäbe immerhin noch einen Punkt,
da dies sozusagen dem „persönlichen Bogey“ gleichkäme.

Ist die Anzahl der einem Spieler zustehenden Vorgabeschläge kein Vielfaches der Anzahl der zu
spielenden Löcher, so findet notwendigerweise eine ungleichmäßige Verteilung statt.
Hierbei orientiert man sich am Schwierigkeitsgrad der einzelnen Löcher, der vom Betreiber des Golfplatzes vorab festgelegt wird.
Die Vorgabeschläge werden dann in der Reihenfolge vom schwierigsten zum leichtesten Loch zugeteilt.
Die Schwierigkeit eines Loches wird dabei meistens auf der Scorecard in einer Spalte mit der Überschrift "HCP" (für Handicap) angegeben; dabei wird die schwerste Bahn mit 1, die zweitschwerste mit 2 usw. angegeben.
Hat ein Spieler also insgesamt 19 Vorgabeschläge, so hat er an 17 von 18 Bahnen einen Vorgabeschlag
(darf also einen Schlag über Par spielen, um zwei Stableford-Punkte zu erhalten)
und an der schwersten Bahn (HCP 1) zwei Vorgabeschläge.
Er darf hier also zwei über Par spielen, um noch zwei Stableford-Punkte zu erhalten.

Erzielt ein Spieler in der Netto-Wertung an jedem Loch durchschnittlich zwei Punkte,
so ergibt dies 18 × 2 = 36 Punkte und man sagt, er habe genau „sein Handicap gespielt“.
In Ländern wie Deutschland, wo die Handicaps der Golfspieler nach Stableford ermittelt werden, kann eine Punktzahl ungleich 26 zu einer Verbesserung oder Verschlechterung des Handicaps führen.

Neue Score-Karten, abgestimmt auf das jeweilige Handicap und
dem 9-Loch-Kurzplatz vom GC Minoritenhof.

Scorekarte für:
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